Demenz-Vorbeugung

Demenz-Vorbeugung

Warum ist die Demenz-Vorbeugung wichtig?

Auch in den nächsten Jahren wird der Anteil der hochbetagten Menschen in unserer Gesellschaft immer größer werden. Ein häufiger Grund für eine Beeinträchtigung im Alter ist Demenz. Etwa 8 von 10 Fällen von Demenz werden der Alzheimer-Demenz zugeordnet. Aufgrund der Häufigkeit und starken Einschränkungen durch eine Demenz bekommt die Demenz-Vorbeugung eine besondere Bedeutung.

Studien haben gezeigt, dass bis zu 35% der Demenz-Fälle zu verhindern wären. Hier geht es vor allem um beeinflussbare Risikofaktoren, die die Gefäßgesundheit und damit die Durchblutung des Gehirns betreffen. Hier geht es unter anderem um die kleinen Blutgefäße, die besonders anfällig für Schädigung sind.


Wie können Sie zur Demenz-Vorbeugung beitragen?

Viele Dinge, die die Gefäßgesundheit beeinträchtigen, hängen mit unserem Lebensstil zusammen. Wir haben es daher erfreulicherweise in der Hand, selbst dazu beizutragen, langfristig hirngesund zu bleiben.

Wesentliche Veränderungen kann man unter anderem bei Ernährung, Bewegung und Rauchen setzen.


Ernährung und Demenz

Ernährung spielt eine wesentliche Rolle bei der Demenz-Vorbeugung. Ein erhöhter BMI im mittleren Lebensalter erhöht jedenfalls das Demenz-Risiko.

Eine Studie hat gezeigt, dass eine mediterrane Ernährung zur Hirngesundheit beitragen kann. Dazu können Flavonole, die unter anderem in Salaten vorhanden sind, vorbeugend helfen.

Zusätzlich kommt es aber offenbar weniger darauf an, was man im Einzelnen isst, sondern wie die Ernährung zusammengesetzt ist.

Zur Ernährung zählen auch Alkohol und Nikotin. Ein erhöhter Konsum von Alkohol trägt zum Demenz-Risiko bei.

Für Rauchen ist dieser Zusammenhang wohl eindeutiger. Der Mechanismus ist die Schädigung der Hirngefäße.


Schlaf und Demenz

Schon lange wird vermutet, dass schlechter Schlaf und Demenz zusammenhängen. Leider ist noch nicht zur Gänze geklärt, ob schlechter Schlaf zu Demenz führt oder ob Vorstufen einer Demenz schlechten Schlaf verursachen.

In einer zuletzt veröffentlichten Studie wurde gezeigt, dass Atemaussetzer während des Schlafes das Risiko einer Demenz erhöhen können.

Unabhängig davon muss aber auf guten Schlaf geachtet, da dieser für eine gute Lebensqualität wichtig ist – auch die des Partners!


Bewegung und Demenz

Körperliche Aktivität hat in der Demenz-Vorbeugung einen sehr wichtigen Platz. Auch wenn die Studien bezüglich des Effektes nicht ganz eindeutig sind, weil der Zusammenhang mit anderen Faktoren komplex ist, gibt es doch Hinweise auf einen schützenden Effekt von Bewegung.

Dies wurde auch zuletzt wieder in einer Studie gezeigt, in der aerober Sport die kognitive Funktion und die Hirndurchblutung verbesserte.

Und es muss nicht immer Sport sein – auch vermehrte normale Alltagsaktivität kann zur Hirngesundheit beitragen.

Ein möglicher Grund ist, dass Aktivität den Blutdruck senkt, und dieser ist auf jeden Fall ein Risikofaktor für Demenz.


Stress und Demenz

Stress im mittleren Lebensalter erhöht das Risiko für Demenz. Zur Demenz-Vorbeugung ist es also wesentlich, dass rechtzeitig auf diese Problematik eingegangen wird.

Das Erlernen von Entspannungsübungen oder auch das Anpassen des Lebensstils können helfen, Stress zu reduzieren. Dadurch kann auch der Blutdruck gesenkt werden, der ja ebenfalls zu einer Verschlechterung der Hirndurchblutung beiträgt.

Wichtig ist es auch, eine Depression zu erkennen, da diese, besonders bei älteren Menschen, einer Demenz ähneln kann.


Sehen und Hören

Zur Demenz-Vorbeugung ist es wichtig, auf Seh- und Hörvermögen zu achten.

Schlechtes Sehen erhöht das Demenz-Risiko. Deswegen ist es notwendig, eventuelle Probleme rechtzeitig zu erkennen und Sehbehelfe anzupassen.

Gleiches gilt für schlechtes Hören. Es ist ganz wesentlich, im Fall einer Hörverschlechterung rechtzeitig Hörgeräte zu verwenden, auch, wenn eine Demenz schon vorhanden sein sollte.


Geistige Aktivität

Das Gehirn will genauso trainiert werden wie die Muskulatur. Anhaltende geistige Aktivität kann vor einer Demenz schützen und auch bei bestehenden Veränderungen im Gehirn die klinische Ausprägung mildern.

Sozialkontakte sind hier wesentlich. Es hat sich gezeigt, dass Einsamkeit das Risiko einer Demenz erhöht.

Zusätzlich trägt es dazu bei, wenn man in seinem Leben einen Sinn erkennt. Das kann auch bei nachweisbaren Gehirnveränderungen dazu führen, dass sich in Alltagsleben sehr wenige Einschränkungen durch eine Alzheimer-Demenz zeigen.


Demenz-Vorbeugung und Hirngesundheit

Es gibt also sehr viele Ansätze, um zu einem langfristig gesunden Gehirn beizutragen. Dabei ist kein einzelner am besten, es geht um die Kombination und die Anpassung an individuelle Bedürfnisse.

Ich kann Sie in meiner Ordination zu diesem Thema beraten und im Bedarfsfall auch an andere Spezialisten weiter verweisen.